18. August 2025
Aufruf zum Mitmachen - Die Heide und ihre Artenvielfalt
Heide als schützenswerte Kulturlandschaft Mitteleuropas
Die Heidelandschaften mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt stehen im Mittelpunkt dieses Aufrufs zur Erfassung der Artenvielfalt. Im Nachgang des 8. Hochheidetags, der am 10. August im Naturschutzgebiet Kahle Pön an der Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen begangen wurde, möchten wir Naturbegeisterte nochmal motivieren, die Heidelandschaften des Hochsauerlandkreises im Rahmen der Arten-Olympiade 2025 zu erforschen. Ziel des Aufrufs ist es, Fotos von Pflanzen und Tieren der Heidelandschaft zu machen und diese Fotos bei Observation.org hochzuladen oder in der App „ObsIdentify“ oder „Observation“ zu melden. So können Naturinteressierte einerseits etwas über die Natur lernen und gleichzeitig erheblich zur Erforschung dieses Landschaftstyps beitragen. |
|
Heide ist nicht gleich Heide. Heidelandschaften sind Vegetationstypen des Offenlandes, die durch niedrige Zwergsträucher wie etwa Besenheide, Heidelbeere und Preiselbeere geprägt sind. Es gibt trockene Heiden, Feucht- und Nassheiden und natürlich zusammen mit der Heide vorkommende Vegetation wie Borstgrasrasen und Silikatmagerrasen. Bekannte Heidelandschaften sind die Lüneburger Heide in Niedersachsen, die Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt, die Senne und die Westruper Heide in Nordrhein-Westfalen oder die Schorfheide in Brandenburg. Im Hochsauerlandkreis kommen Heiden in Form von Bergheiden, beispielsweise am Neuen Hagen oder auf dem Kahlen Asten, vor. Der Großteil der heute bestehenden Heidelandschaften ist durch menschliche Nutzung entstanden. Jahrhundertelang führten Waldbeweidung mit starkem Verbiss und/oder Niederwaldwirtschaft auf mageren Böden und Plaggenwirtschaft zur Entstehung der Heidelandschaften. Heute gibt es diese Art der Nutzung nicht mehr und durch intensive Land- und Forstwirtschaft gelangen immer mehr Nährstoffe in unsere Landschaften. „Heidelandschaften sind schützenswert, da nährstoffarme Ökosysteme in Mitteleuropa heutzutage sehr selten geworden sind“, erklärt Dr. Christoph Lünterbusch, Leiter des LWL-Bildungs- und Forschungszentrums Heiliges Meer. „Es gibt Pflanzen und Tierarten, die auf solche mageren Standorte angewiesen sind. Um den Fortbestand solcher Heiden als Kulturlandschaften sicherzustellen, müssen diese dauerhaft gepflegt werden“. Ohne diese Maßnahmen würde sich wieder Wald einstellen.
Beobachtungen von allen Meldenden tragen zur Erforschung des Lebensraums Heide mit seinen speziellen Tier- und Pflanzenarten bei und fließen automatisch in das Ranking der Arten-Olympiade 2025 ein. Hier können alle Interessierten mitmachen: Über das gesamte Jahr hinweg gilt es, Pflanzen, Pilze und Tiere zu beobachten und zu fotografieren. Die Aufnahmen werden anschließend auf dem bürgerwissenschaftlichen Portal Observation.org oder über die Apps ObsIdentify und Observation hochgeladen. Die gesammelten Daten fließen in den Naturschutz und in die wissenschaftliche Forschung ein.
|
Nachtpfauenauge
Weidende Schafherde
|
www.arten-olympiade.lwl.org | https://observation.org/
Interessierte finden die Ergebnisse der Bioblitze 2025 hier:
https://observation.org/bioblitz/categories/d-landkreise-und-kreisfreie-stadte-2025/?
Fragen beantwortet: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Die Biologische Station wünscht viel Freude in der Natur und viele spannende Beobachtungen!
Bildnachweise:
(1) Heidepanorama Niedersfelder Hochheide. Foto: Werner Schubert
(2) Heidelbeere (Vaccinium myrtillus). Foto: Ruth Bindewald
(3) Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia). Foto: Werner Schubert
(4) Schafherde. Foto: Katharina Wrede